Eggcellent: Die Ästhetik der Fragilität
Manchmal entstehen die stärksten Konzepte nicht am Reißbrett, sondern in der Pfanne. Eggcellent ist eine Typografie-Studie, die ihren Ursprung in einem Moment der Zufälligkeit fand: Zwei ineinander verlaufende Spiegeleier, die ein »C« formten. Was als visuelles Experiment begann, entwickelte sich zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der Flüchtigkeit von Momenten und Begriffen.
Das Konzept: Zwischen Form und Zerfall
Die Schriftart Eggcellent nutzt die organische, unberechenbare Form des fließenden Eiweißes und des prägnanten Dotters. Ich verwende diese »eierlegende Typografie«, um Begriffe wie LOVE oder PEACE zu visualisieren – Werte, die so substanziell wie fragil sind. Das Ei dient hier als Metapher für das Schützenswerte: Einmal aufgebrochen, ist die Form unwiederbringlich verändert.
Gerinnung der Form – Wenn Typografie Körper annimmt
Die Reise der Schrift begann haptisch auf Pins und Stoffbeuteln, doch die volle konzeptionelle Tiefe entfaltet sich in Leinwandarbeiten. Hier wird der Dotter plastisch herausgearbeitet, fast schon skulptural, während die Typografie in linguistische Spiele eintaucht. Durch Wortspiele wie »EGGOIST« oder das ambivalente »JEIN« verschmelzen Sprache und Bildsprache zu einer ironischen Einheit. Die haptische Ausarbeitung der Dotter auf Leinwand bricht mit der glatten Oberfläche digitaler Grafik und gibt dem »Eigelb« eine physische, fast sakrale Präsenz.
Eggcellent ist eine Hommage an den Zufall und ein Plädoyer dafür, auch in den vergänglichsten Dingen eine bleibende Form zu finden.